Fünf Kürbisrezepte für die gemütliche Jahreszeit

Wärme, gute Laune und große Vorfreude auf dem Teller

Wenn die Tage kürzer werden und der Nebel morgens über den Feldern liegt, passiert in meiner Küche etwas Magisches: Ein leuchtend orangefarbener Kürbis zieht ein und bringt den Herbst gleich mit. Ich liebe dieses Gemüse. Es ist rund, schwer und freundlich, und es verspricht schon beim Aufschneiden, dass der Abend gut werden wird.

Für mich ist Kochen gar nicht weit vom Malen entfernt. Ich plane selten bis ins Letzte, ich folge meiner Intuition, probiere, schmecke ab und lasse zu, dass etwas Eigenes entsteht. Genau so sind auch diese fünf Rezepte gewachsen: aus Neugier, aus kalten Händen, die sich an einer warmen Suppenschale wärmen wollten, und aus der Freude, Menschen an einen Tisch zu holen.

Du findest hier eine cremige Suppe, ein Ofengemüse mit Feta und Granatapfel, ein Risotto, ein Curry und zum Schluss einen duftenden Gewürzkuchen. Alle Rezepte sind vegetarisch, alle gelingen auch an einem müden Dienstagabend, und alle schmecken am besten, wenn man sie mit guter Laune und ein wenig Musik zubereitet. Mach es dir gemütlich, zünde eine Kerze an, und dann lass uns anfangen.

1. Samtige Kürbissuppe mit Ingwer und

Kokosmilch

Diese Suppe ist mein Herbstanker. Sie ist schnell gemacht, wärmt von innen und sieht aus wie flüssiges Sonnenlicht in der Schale. Der Hokkaido muss nicht geschält werden, seine Schale wird beim Kochen butterweich und bringt zusätzlich Aroma. Der Ingwer sorgt für eine feine Schärfe, die Kokosmilch für Seidigkeit, und ein Spritzer Orangensaft hebt alles ein wenig an, so wie ein heller Pinselstrich in einem dunklen Bild.

Ich koche sie gern in großen Mengen, denn am zweiten Tag schmeckt sie fast noch besser. Dazu gehört für mich ein Stück knuspriges Brot und das Gefühl, dass draußen ruhig Regen fallen darf.

Zutaten für 4 Portionen

• 1 Hokkaidokürbis (ca. 800 g)
• 1 Zwiebel
• 2 Knoblauchzehen
• 1 daumengroßes Stück frischer Ingwer • 2 EL Olivenöl

• 1 TL mildes Currypulver • 800 ml Gemüsebrühe
• 200 ml Kokosmilch
• Saft von 1⁄2 Orange

• Salz und Pfeffer
• Kürbiskerne und etwas Kürbiskernöl zum Servieren

Zubereitung

1. Den Kürbis waschen, halbieren, die Kerne mit einem Löffel entfernen und das Fruchtfleisch samt Schale in grobe Würfel schneiden. Zwiebel, Knoblauch und Ingwer fein hacken.

2. Das Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Ingwer bei mittlerer Hitze etwa 3 Minuten glasig dünsten. Das Currypulver einrühren und kurz mitrösten, bis es duftet.

3. Die Kürbiswürfel dazugeben, mit der Brühe aufgießen und zugedeckt etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis ganz weich ist.

4. Kokosmilch zugießen, alles mit dem Stabmixer cremig pürieren und mit Orangensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

5. In Schalen füllen, mit gerösteten Kürbiskernen bestreuen und mit ein paar Tropfen Kürbiskernöl beträufeln.

Mein Tipp: Wer es gern kräftiger mag, röstet die Kürbiswürfel vorher 25 Minuten im Ofen bei 200 °C. Dann bekommt die Suppe eine dunkle, nussige Tiefe.

2. Ofenkürbis mit Feta, Granatapfel und Thymian

Wenn Gäste kommen und ich nicht den ganzen Abend am Herd stehen möchte, gibt es dieses Gericht. Der Kürbis karamellisiert im Ofen, bis seine Kanten dunkel und süß werden, der Feta wird weich und leicht cremig, und die Granatapfelkerne funkeln darüber wie kleine Rubine.

Es ist ein Teller, der aussieht, als hätte man sich stundenlang Mühe gegeben, und der doch fast von allein entsteht. Genau das liebe ich daran: Der Ofen macht die Arbeit, und ich habe Zeit, den Tisch zu decken, eine Kerze anzuzünden und ein Glas einzuschenken.

Besonders schön wird es, wenn man alles in die Mitte des Tisches stellt und jeder sich nimmt, was er mag. Dann wird aus dem Essen von ganz allein ein Gespräch, und aus einem gewöhnlichen Abend eine Erinnerung.

Zutaten für 2 Personen als Hauptgericht oder 4 als Beilage

• 1 Hokkaidokürbis (ca. 800 g) • 3 EL Olivenöl
• 1 TL Paprikapulver edelsüß • 4 Zweige frischer Thymian

• 200 g Feta
• 1 EL Honig
• 1 kleiner Granatapfel
• 50 g Walnüsse
• Saft von 1⁄2 Zitrone
• Salz und Pfeffer
• Fladenbrot oder Couscous zum Servieren

Zubereitung

1. Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Den Kürbis waschen, halbieren, entkernen und in Spalten von etwa zwei Fingern Breite schneiden. Die Schale bleibt dran.

2. Die Spalten mit Olivenöl, Paprika, Salz, Pfeffer und der Hälfte der Thymianblättchen vermengen und auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen.

3. Etwa 20 Minuten backen, dann wenden. Den Feta in groben Stücken dazwischenlegen, mit Honig beträufeln und weitere 10 bis 15 Minuten backen, bis die Ränder goldbraun sind.

4. In der Zwischenzeit den Granatapfel entkernen. Die Walnüsse grob hacken und in einer trockenen Pfanne kurz anrösten, bis sie duften.

5. Alles auf einer großen Platte anrichten und mit Granatapfelkernen, Walnüssen, dem restlichen Thymian und einem Spritzer Zitronensaft vollenden.

Mein Tipp: Dazu passt ein Klecks Joghurt mit etwas Knoblauch und Zitronenschale. Die Kühle des Joghurts ist ein schöner Gegenspieler zur Wärme des Kürbis.

3. Kürbisrisotto mit knusprigem Salbei

Ein Risotto ist eine kleine Meditation. Man steht am Herd, rührt langsam, gießt Kelle für Kelle Brühe nach und spürt, wie aus einzelnen Körnern etwas Cremiges und Eigenes wird. Mit Kürbis und Salbei wird daraus der Inbegriff italienischer Herbstküche.

Die süßliche Note des Kürbis trifft auf die herbe, fast harzige Würze des gebratenen Salbeis, und wenn am Ende die Butter und der Käse eingerührt werden, duftet die ganze Wohnung nach Geborgenheit. Ich koche es besonders gern für Freunde, denn ein Risotto lädt dazu ein, in der Küche zusammenzustehen, ein Glas Wein in der Hand, und zu plaudern.

Mein Geheimnis ist Geduld. Wer das Risotto nicht hetzt und die Brühe immer schön heiß hält, wird mit einer Cremigkeit belohnt, für die man keine Sahne braucht. Das Rühren selbst wird dabei fast zur Entspannung nach einem langen Tag.

Zutaten für 4 Portionen

• 300 g Risottoreis (Carnaroli oder Arborio)
• 400 g Hokkaido oder Butternut, in 1 cm große Würfel geschnitten • 1 Zwiebel
• 2 EL Olivenöl
• 100 ml trockener Weißwein
• ca. 1 l heiße Gemüsebrühe
• 40 g Butter
• 60 g Parmesan oder ein vegetarischer Hartkäse
• 8 frische Salbeiblätter
• Salz und Pfeffer

Zubereitung

1. Die Zwiebel fein würfeln und im Olivenöl bei mittlerer Hitze glasig dünsten. Die Kürbiswürfel dazugeben und etwa 5 Minuten mitbraten.

2. Den Reis einrühren und eine Minute anrösten, bis die Körner glasig werden. Mit dem Weißwein ablöschen und fast vollständig einkochen lassen.

3. Nach und nach die heiße Brühe zugeben, immer erst eine Kelle, wenn die vorherige aufgenommen ist, und dabei regelmäßig rühren. Nach 18 bis 20 Minuten sollte der Reis noch einen leichten Biss haben und die Konsistenz cremig fließend sein.

4. Währenddessen die Hälfte der Butter in einer kleinen Pfanne schmelzen und die Salbeiblätter darin knusprig braten.

5. Den Topf vom Herd nehmen, die restliche Butter und den Käse unterrühren und zwei Minuten zugedeckt ruhen lassen. Mit Salbeibutter, Pfeffer und etwas extra Käse servieren.

Mein Tipp: Ein paar Kürbiswürfel mit der Gabel zerdrücken und unterrühren, das macht das Risotto noch samtiger. Echter Parmesan wird mit tierischem Lab hergestellt. Wer streng vegetarisch kocht, findet im Handel gute Alternativen.

4. Goldenes Kürbis-Kichererbsen-Curry mit

Spinat

An grauen Tagen brauche ich Farbe, und dieses Curry ist ein Gemälde in Gold, Rot und Grün. Butternutkürbis wird darin so weich, dass er fast zerfällt, die Kichererbsen geben Biss und Sättigung, und der Spinat kommt ganz zum Schluss als frischer grüner Akzent.

Die Gewürze mische ich nie nach der Waage, sondern nach Gefühl: eine Prise mehr Kreuzkümmel, wenn mir danach ist, ein bisschen Chili, wenn der Wind kalt ums Haus pfeift. Es ist ein Eintopf, der gute Laune macht und am nächsten Tag noch besser schmeckt.

Zutaten für 4 Portionen

• 600 g Butternutkürbis, geschält und in Würfel geschnitten • 1 Dose Kichererbsen (ca. 240 g Abtropfgewicht)
• 1 Zwiebel
• 2 Knoblauchzehen

• 1 daumengroßes Stück Ingwer • 2 EL Öl
• 1 TL Kreuzkümmel
• 1 TL gemahlener Koriander

• 1⁄2 TL Kurkuma
• 1⁄2 TL Chiliflocken (nach Geschmack)
• 1 Dose stückige Tomaten (400 g)
• 200 ml Kokosmilch
• 150 g frischer Blattspinat
• Saft von 1 Limette
• Salz
• Reis oder Fladenbrot und frischer Koriander zum Servieren

Zubereitung

1. Zwiebel würfeln, Knoblauch und Ingwer fein hacken. Alles im heißen Öl etwa 3 Minuten anbraten, bis es duftet.

2. Kreuzkümmel, Koriander, Kurkuma und Chili zugeben und eine halbe Minute unter Rühren rösten.

3. Kürbiswürfel, Tomaten, abgetropfte Kichererbsen, Kokosmilch und 100 ml Wasser dazugeben, salzen und aufkochen. Zugedeckt etwa 20 Minuten köcheln lassen, bis der Kürbis weich ist.

4. Den Spinat unterheben und zusammenfallen lassen. Mit Limettensaft und Salz abschmecken.

5. Mit Reis oder Fladenbrot und frischem Koriander servieren.
Mein Tipp: Wer es cremiger möchte, zerdrückt zum Ende ein paar Kürbisstücke direkt

im Topf. Sie binden die Sauce ganz von allein.

5. Saftiger Kürbis-Gewürzkuchen mit Walnüssen

Zum Abschluss darf es süß sein. Dieser Kuchen ist saftig, würzig und duftet beim Backen nach Zimt, Ingwer und Muskat, als würde der Herbst selbst im Ofen aufgehen. Der Kürbis macht den Teig weich und feucht, ohne dass man ihn herausschmeckt. Er schenkt dem Kuchen eine zarte Süße und eine warme goldene Farbe.

Ich backe ihn gern am Sonntagnachmittag, wenn draußen der Regen an die Scheiben trommelt und drinnen der Tee dampft. Dann gibt es nichts Schöneres als eine dicke Scheibe, eine Tasse in der Hand und ein gutes Buch.

Zutaten für eine Kastenform (28 cm)

• 300 g Kürbispüree (Hokkaido weich gegart und püriert) • 3 Eier
• 150 g brauner Zucker
• 100 ml neutrales Öl

• 250 g Mehl
• 2 TL Backpulver
• 1 TL Zimt
• 1⁄2 TL gemahlener Ingwer
• 1⁄2 TL Muskat
• 1 Prise gemahlene Nelken
• 1 Prise Salz
• 100 g Walnüsse, grob gehackt
• Für den Guss: 150 g Frischkäse, 3 EL Puderzucker, 1 TL Zitronensaft

Zubereitung

1. Den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die Kastenform einfetten oder mit Backpapier auskleiden.

2. Eier und Zucker etwa 3 Minuten schaumig schlagen. Öl und Kürbispüree unterrühren.

3. Mehl, Backpulver, Gewürze und Salz mischen und nur so lange unterheben, bis alles gerade verbunden ist. Die Walnüsse unterziehen.

4. Den Teig in die Form füllen und 50 bis 55 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen testen: Bleibt kein Teig mehr kleben, ist der Kuchen fertig.

5. Zehn Minuten in der Form ruhen lassen, dann auf einem Gitter auskühlen lassen. Frischkäse, Puderzucker und Zitronensaft glatt rühren und auf den

ausgekühlten Kuchen streichen.

Mein Tipp: Das Kürbispüree gelingt am besten aus im Ofen gebackenem Kürbis. Er enthält weniger Wasser als gekochter und macht den Kuchen aromatischer.

Ein Wort zum Kürbis

Der Hokkaido ist der unkomplizierteste unter den Kürbissen: Man muss ihn nicht schälen, er wird schnell weich und hat ein nussig-süßes Aroma. Der Butternut ist milder und cremiger und eignet sich besonders für Currys und Risotto. Ungeschnitten halten sich beide an einem kühlen, dunklen Ort viele Wochen. Und die Kerne wegzuwerfen wäre schade: Gut abgespült, mit etwas Öl und Salz bei 160 °C etwa 15 Minuten geröstet, werden sie zum knusprigen Snack.

Ein ganzer Herbstabend

Wenn du die Rezepte kombinieren möchtest, entsteht fast von selbst ein Menü für einen langen, gemütlichen Abend: Beginne mit der samtigen Kürbissuppe in kleinen Schalen, dazu etwas warmes Brot. Als Hauptgang folgt das Risotto oder, wenn du lieber mehr Zeit mit deinen Gästen als am Herd verbringen möchtest, der Ofenkürbis mit Feta. Der Kuchen wartet derweil schon auf dem Fensterbrett und wird zum Kaffee als süßer Abschluss serviert, gern mit einem Klecks Sahne. Das Curry ist dein Joker für alle Tage dazwischen, wenn es schnell gehen muss und trotzdem etwas Besonderes auf den Teller soll. Das Schönste daran: Fast alles lässt sich vorbereiten, sodass du den Abend am Ende selbst genießen kannst.

Was ich an diesen Rezepten am meisten liebe, ist nicht der Kürbis allein, sondern das, was um ihn herum entsteht: der Duft, der durch die Wohnung zieht, die beschlagenen Fenster, das Lachen am Tisch. Kochen ist für mich eine Form, Wärme zu verschenken, so wie ein Bild Farbe verschenkt. Es muss nicht perfekt sein. Eine Suppe, die ein bisschen anders schmeckt als geplant, ist oft die beste, denn sie ist ganz und gar deine.

Ich wünsche dir einen Herbst voller Kerzenlicht, dampfender Töpfe und Menschen, mit denen es sich gut isst. Probiere die Rezepte aus, verändere sie nach deinem Gefühl und teile sie mit denen, die du gern hast. Guten Appetit und eine herrlich gemütliche Zeit!

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