Weihnachtsmenü für sechs: vier vegetarische Gänge mit Wein- und alkoholfreier Begleitung

Warum ich an Weihnachten so gerne für Gäste kocheEs gibt kaum etwas, das mich glücklicher macht als ein Tisch voller Menschen, die gerade das erste Glas heben, während es aus der Küche nach Rosmarin, Butter und Orangenschale duftet. Kochen für Gäste ist für mich kein Stress, sondern eine stille Art zu sagen: Schön, dass du da bist. Mit Zeit, Aufmerksamkeit und guten Zutaten, ganz ohne große Worte.Und der schönste Moment kommt oft zum Schluss. Der letzte Löffel Dessert ist verschwunden, die Kerzen sind ein Stück heruntergebrannt, und jemand sagt: „Das war ein richtig schöner Abend.“ Genau dieses Gefühl möchte ich dir mit diesem Menü schenken.Es ist komplett vegetarisch, für sechs Personen gedacht und hat vier Gänge. Zu jedem Gang gibt es eine Weinempfehlung und eine alkoholfreie Alternative, damit wirklich alle am Tisch mit einem besonderen Getränk anstoßen können.Vielleicht denkst du jetzt: Vier Gänge? Das klingt nach viel Arbeit. Ich verspreche dir, es klingt aufwendiger, als es ist. Fast alles lässt sich vorbereiten, jeder Gang ist für sich genommen einfach, und du musst nicht perfekt sein. Ein Weihnachtsessen darf ein bisschen unperfekt sein: ein Blätterteig, der an einer Seite etwas dunkler wird, eine Suppe, die du nach Gefühl abschmeckst. Genau das macht es persönlich, und deine Gäste spüren, dass du es mit Herz gemacht hast.Das Menü auf einen BlickHier siehst du alle Gänge mit den passenden Getränken. Beim Wein habe ich bewusst Sorten aus Baden gewählt, sie passen wunderbar zu einem winterlichen Menü und lassen sich im Weingut oder im Fachhandel leicht finden.page1image31598960
GangGericht Wein Ohne Alkohol
Empfang Kleine Nüsse und Oliven Crémant oder Sekt Holunderblüten- brut Rosmarin-Spritz

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Weihnachtsmenü für sechs: vier vegetarische Gänge mit Wein- und alkoholfreier Begleitung

GangGericht Wein Ohne Alkohol
1. VorspeiseRote-Bete-Carpaccio mit Ziegenfrischkäse, Orange und WalnüssenWeißburgunder trockenApfel-Quitten-Schorle mit Thymian
2. SuppeSellerie-Birnen-Suppe mit Salbei-Haselnuss- CroutonsGrauburgunderWeißer Traubensaft mit Ingwer und Zitrone
3. HauptgangPilz-Maronen-Wellington mit Rotweinsoße und RosenkohlSpätburgunderRotes Traubensaft- Kirsch-Getränk mit Zimt und Rosmarin
4. DessertDunkle Schokoladenmousse mit OrangenRuby Port oder Gewürztraminer SpätleseHeißer Orangen- Gewürz-Punsch
Erster Gang: Rote-Bete-Carpaccio mit Ziegenfrischkäse, Orange und WalnüssenDieser Gang ist ein Fest für die Augen: tiefes Magenta, helles Weiß vom Frischkäse, leuchtendes Orange. Er lässt sich komplett vorbereiten, und du kannst dich beim Anrichten ganz in Ruhe auf die Gäste freuen.Zutaten für 6 Personen700 g kleine Rote Bete (frisch oder vorgegart) 200 g Ziegenfrischkäse
2 Orangen
60 g Walnüsse, 2 EL Honig1 Handvoll Rucola, einige Thymianzweige
4 EL Olivenöl, 1 EL weißer Balsamico, Salz, Pfeffer, etwas Fleur de SelSo geht’sFrische Rote Bete in Alufolie bei 200 °C etwa 50 Minuten garen, abkühlen lassen, schälen und mit einem Hobel hauchdünn schneiden.Die Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett 2 Minuten rösten, dann den Honig dazugeben und kurz karamellisieren lassen.Die Orangen so schälen, dass die weiße Haut verschwindet, und die Filets herausschneiden. Den Saft einer halben Orange mit Olivenöl, Balsamico, Salz und Pfeffer zum Dressing verrühren.

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4. Die Rote Bete fächerförmig auf Tellern anrichten, den Frischkäse in kleinen Klecksen darauf verteilen, dann Orangenfilets, Walnüsse und Rucola. Dressing darüber, Thymianblättchen und eine Prise Fleur de Sel obenauf.

Mein Tipp: Schneide die Rote Bete am Vortag und decke sie ab. Das Dressing rührst du erst kurz vor dem Servieren an.

Dazu im Glas

Ein trockener Weißburgunder aus Baden ist hier ideal. Er ist cremig und mild und fängt die erdige Süße der Roten Bete schön auf, ohne gegen die Orange anzukämpfen. Ohne Alkohol schmeckt eine Schorle aus naturtrübem Apfelsaft mit einem Schuss Quitten- oder Birnensaft, aufgegossen mit Mineralwasser und mit einem Thymianzweig im Glas. Sie ist fruchtig, frisch und sieht im Glas richtig festlich aus.

Zweiter Gang: Sellerie-Birnen-Suppe mit Salbei-Haselnuss- Croutons

Nach dem frischen Auftakt darf es warm und samtig werden. Sellerie und Birne klingen zunächst ungewöhnlich, ergeben aber eine feine Suppe: herb, leicht süßlich und unglaublich tröstlich. Sie lässt sich am Vortag kochen und wird dadurch sogar noch besser.

Zutaten für 6 Personen

1 große Sellerieknolle (ca. 900 g), 2 reife Birnen, 1 Zwiebel

2 EL Butter, 1,2 l Gemüsebrühe, 200 ml Sahne

Muskat, Salz, Pfeffer, Zitronensaft

Für die Croutons: 3 Scheiben Landbrot, 2 EL Butter, 8 Salbeiblätter, 40 g gehackte Haselnüsse

So geht’s

  1. Die Zwiebel in Butter glasig dünsten. Sellerie und eine Birne in Würfel schneiden, 5 Minuten mitdünsten, mit der Brühe auffüllen und 25 Minuten weich kochen.
  2. Fein pürieren, die Sahne einrühren und mit Muskat, Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitrone abschmecken.
  3. Die zweite Birne in dünne Spalten schneiden und in etwas Butter goldgelb anbraten.
  4. Das Brot würfeln und in Butter mit Salbei und Haselnüssen knusprig rösten.
  5. Die Suppe in vorgewärmte Teller füllen, mit Birnenspalten und Croutons krönen. Ein paar Tropfen Haselnussöl oder Trüffelöl darüber machen sie zum Highlight.

Mein Tipp: Wärme die Teller kurz im Ofen bei 60 °C vor. Das ist eine Kleinigkeit, die deine Gäste sofort als Aufmerksamkeit spüren.

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Dazu im Glas

Ein Grauburgunder aus Baden hat genug Körper und eine nussige Note für die cremige Suppe. Auch ein nicht zu holzbetonter Chardonnay passt gut. Ohne Alkohol empfehle ich weißen Traubensaft mit einer Scheibe frischem Ingwer und einem Spritzer Zitrone, mit Mineralwasser aufgegossen. Der Ingwer bringt eine feine Schärfe, die zum Sellerie hervorragend passt.

Dritter Gang: Pilz-Maronen-Wellington mit Rotweinsoße und Rosenkohl

Das ist der Moment, in dem am Tisch kurz Stille einkehrt, weil alle den goldbraunen Blätterteig sehen. Dabei steckt hier weniger Können drin, als es aussieht: Die Füllung wird gehackt und angebraten, der Blätterteig kommt fertig aus dem Kühlregal, und der Ofen macht den Rest.

Zutaten für 6 Personen (zwei Rollen)

2 Packungen Blätterteig (je ca. 275 g, ausgerollt)

600 g Champignons oder Kräuterseitlinge, 200 g gegarte Maronen

2 Schalotten, 2 Knoblauchzehen, 100 ml Rotwein

80 g gehackte Walnüsse, 80 g Semmelbrösel, 2 EL Thymian, 1 EL Petersilie

2 EL Senf, 1 Ei zum Bestreichen, Salz, Pfeffer

Für die Soße: 3 Schalotten, 250 ml Rotwein, 250 ml Gemüsefond, 1 TL Tomatenmark, 1 Thymianzweig, kalte Butter

Für den Rosenkohl: 700 g Rosenkohl, 3 EL Butter, 40 g Haselnüsse, 1 Bio-Zitrone

So geht’s

  1. Die Pilze sehr fein hacken und ohne Fett in einer großen Pfanne 10 bis 12 Minuten braten, bis alle Flüssigkeit verdampft ist. Das ist der wichtigste Schritt, sonst wird der Teig nass.
  2. Schalotten und Knoblauch dazugeben, mit dem Wein ablöschen und einkochen lassen. Maronen grob hacken und mit Walnüssen, Bröseln und Kräutern untermischen. Salzen, pfeffern, vollständig abkühlen lassen.
  3. Den Teig ausrollen, dünn mit Senf bestreichen, die Füllung als Rolle darauflegen und fest einwickeln. Die Naht nach unten legen, die Oberseite schräg einritzen und mit verquirltem Ei bestreichen.
  4. Bei 200 °C Ober- und Unterhitze 35 bis 40 Minuten goldbraun backen. Vor dem Anschneiden 10 Minuten ruhen lassen.

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  1. Für die Soße die Schalotten in Butter anschwitzen, Tomatenmark kurz mitrösten, mit Rotwein und Fond ablöschen und auf die Hälfte einkochen. Zum Schluss ein Stück kalte Butter einrühren, das macht sie glänzend.
  2. Den Rosenkohl halbieren, 3 Minuten in Salzwasser blanchieren und in Butter mit den Haselnüssen anbraten. Mit Zitronenabrieb und Salz abschmecken.

Mein Tipp: Du kannst die Rollen bis zum Backen fertig einwickeln und im Kühlschrank lagern. Die Soße schmeckt aufgewärmt am Abend sogar besser.

Dazu im Glas

Ein Spätburgunder aus Baden, am besten nicht zu schwer, bringt Kirsch- und Waldbodennoten mit, die zu Pilzen und Maronen perfekt passen. Ohne Alkohol schmeckt ein Mix aus rotem Traubensaft und etwas Sauerkirschsaft, leicht gekühlt, mit einer Zimtstange und einem Rosmarinzweig im Glas. Er hat Tiefe und eine leichte Herbe, sodass sich niemand mit einem „Kindergetränk“ abgespeist fühlt.

Vierter Gang: Dunkle Schokoladenmousse mit Orangen

Zum Abschluss gibt es etwas, das sich ohne Stress vorbereiten lässt und trotzdem jedes Mal Begeisterung auslöst. Die Mousse wird am Vortag gemacht und steht fertig im Kühlschrank, während du dich um alles andere kümmerst.

Zutaten für 6 Personen

200 g Zartbitterschokolade (mindestens 70 % Kakao) 4 ganz frische Eier, 2 EL Zucker, 1 Prise Salz
250 ml Sahne
Für die Orangen: 3 Orangen, 2 EL Honig, 1 Sternanis Zum Garnieren: gehackte Pistazien, Fleur de Sel

So geht’s

  1. Die Schokolade im Wasserbad schmelzen und etwas abkühlen lassen. Die Eigelbe einzeln einrühren.
  2. Die Eiweiße mit Salz und Zucker steif schlagen, die Sahne separat ebenfalls steif schlagen.
  3. Zuerst die Sahne, dann den Eischnee mit einem Teigschaber vorsichtig unter die Schokolade heben, bis keine weißen Schlieren mehr zu sehen sind.
  4. In Gläser füllen und mindestens 4 Stunden, besser über Nacht, kühl stellen.
  5. Für die Orangen den Saft einer Frucht mit Honig und Sternanis 5 Minuten einkochen, abkühlen lassen und die Filets der übrigen Orangen darin ziehen lassen.

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6. Zum Servieren Orangenfilets auf die Mousse geben, mit Pistazien und einer Prise Fleur de Sel bestreuen.

Mein Tipp: Nimm nur ganz frische Eier und serviere die Mousse nicht an Schwangere oder sehr kleine Kinder, da die Eier roh verarbeitet werden.

Dazu im Glas

Ein Ruby Port ist der Klassiker zu dunkler Schokolade, seine Beerenaromen passen auch gut zur Orange. Etwas leichter und eleganter ist eine Gewürztraminer Spätlese aus Baden, die mit ihrem Rosen- und Litschiduft die Orange aufgreift. Ohne Alkohol serviere ich einen heißen Punsch aus Orangensaft mit Zimtstange, zwei Nelken und etwas Vanille. Er wärmt, duftet nach Weihnachten und ist der perfekte Schlussakkord.

Mein Zeitplan für einen entspannten Abend

Der Schlüssel zu einem gelassenen Gastgeber-Abend ist Vorbereitung. Wenn du dich am Festtag nur noch um Backen, Anrichten und Genießen kümmern musst, hast du Zeit für Gespräche und Lachen am Tisch.

1. Zwei Tage vorher: Getränke besorgen und die Weine kühl stellen. Einkaufen, auch Blätterteig, Maronen und Eier.

2. Am Vortag: Mousse zubereiten, Suppe kochen, Rote Bete garen und schneiden, Wellington-Füllung herstellen und die Rollen einwickeln. Weißwein und Sekt in den Kühlschrank.

3. Am Festtag, vormittags: Tisch eindecken, Kerzen aufstellen, Orangen für Vorspeise und Dessert filetieren, Croutons rösten.

4. Zwei Stunden vor dem Essen: Rotwein öffnen, Soße aufwärmen. Das Carpaccio anrichten und abdecken.

5. Während der Vorspeise: Die Suppe langsam erhitzen und den Wellington in den Ofen schieben, er braucht 40 Minuten und danach 10 Minuten Ruhe.

6. Zwischen Suppe und Hauptgang: Rosenkohl braten, Soße erwärmen, Teller wärmen.

Wie viel Wein und Saft brauchst du? Eine Flasche (0,75 l) ergibt sechs Gläser à 125 ml. Plane also pro Gang eine Flasche, dazu eine Flasche Crémant zum Empfang. Für das Dessert reicht eine halbe Flasche Port. Bei den alkoholfreien Getränken rechnest du mit etwa einem Liter pro Gang. Stell sie ruhig in eleganten Gläsern und Karaffen auf den Tisch, damit niemand das Gefühl hat, etwas anderes zu trinken.

Noch ein Gedanke zur Stimmung: Ein paar Kerzen, leise Musik und handgeschriebene Namenskärtchen verwandeln den Esstisch in einen besonderen Ort. Das alles braucht keine Stunden, nur ein wenig Liebe zum Detail.

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Trau dich, du wirst es lieben

Ich weiß, wie es ist, vor einem Menü zu stehen und zu zweifeln. Aber ich weiß auch, wie sich der Moment anfühlt, wenn die Gäste am Tisch sitzen, die Gläser klingen und jemand beim ersten Bissen die Augen schließt. Dafür lohnt sich jede Minute in der Küche.

Du musst nichts perfekt machen. Koche mit dem, was dir Freude macht, tausche Zutaten aus, wenn dir etwas besser gefällt, und vertraue deinem Gefühl beim Abschmecken. Die Menschen an deinem Tisch kommen nicht wegen eines makellosen Menüs. Sie kommen, weil du sie eingeladen hast.

Und wenn am Ende des Abends alle satt und glücklich sind, die Kerzen flackern und jemand sagt: „Können wir das nächstes Jahr wiederholen?“, dann weißt du, dass es ein gelungener Abend war.

Ich wünsche dir von Herzen frohe Weihnachten und ganz viel Freude am Kochen. Wenn du das Menü nachkochst, erzähle mir gerne, wie es euch geschmeckt hat. Ich freue mich über jede Rückmeldung.

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